Koalition und Regierung einig – Wir nehmen uns mehr Zeit für Inklusion

Rot-Grüne Regierungskoalition und Landesregierung sind sich einig, die neun bestehenden Förderschulen Sprache und die Sprachheilklassen an den Grundschulen in Niedersachsen zu erhalten.

„Der umfassende Dialog zum Bildungschancengesetz hat ergeben, dass beim Thema Inklusion der Wunsch groß ist, diese Förderschulform noch nicht auslaufen zu lassen. Deshalb geben wir den bestehenden Schulen Bestandsschutz“, erklärt dazu die SPD-Fraktionsvorsitzende Johanne Modder.

„Der Dialog war wichtig“, ergänzt der bildungspolitische Sprecher Stefan Politze, „deshalb sind wir diesen Weg gegangen und haben auf die Bedenken reagiert. Das unterscheidet uns von der CDU, die Bildungspolitik mit der Brechstange rücksichtlos durchgesetzt hat.“ Auch die Förderzentren an Förderschulen werden beibehalten. Für die geplanten Regionalstellen für Schulische Inklusion (ReSchl) wird das Konzept im Detail parallel weiter entwickelt.

Politze weiter: „Es ist deutlich geworden, dass alle Beteiligten die Inklusion wollen, aber auch mehr Zeit brauchen. Wir wollen diesem Prozess deshalb die Zeit geben, die erforderlich ist, um niemanden zu überfordern. Unsere Politik setzt auf Kooperation, deshalb respektieren wir den Wunsch von Eltern und Pädagogen, die Förderschulen Sprache und die Sprachheilklassen zu erhalten.“

Inklusion sei als gesamtgesellschaftliche Aufgabe zu wichtig, um sie zum Spielball parteipolitischer Interessen zu machen. „Es ist erschreckend, wie die CDU auf dem Rücken von SchülerInnen mit Unterstützungsbedarf in den vergangenen Monaten in unverantwortlicher Weise Stimmung gegen die Inklusion im Land gemacht hat. Wir wollen wie die Mehrheit der Menschen eine inklusive Gesellschaft“, sagt die SPD-Fraktionsvorsitzende Johanne Modder.

Modder: „Das, was wir in den vergangenen Monaten an irreführender Information erlebt haben, ist ein politischer Stil, der bedenklich ist. Wenn man sich daran erinnert, dass die Abschaffung der Förderschule Lernen ein Beschluss aus der Zeit der CDU/FDP-Regierung ist, wundert man sich über die populistische Forderung des CDU-Landesverbandes vom Wochenende, alle Förderschulen zu erhalten.“

„Inklusion ist eine Herausforderung und eine Aufgabe, die ein Umdenken und einen anderen Blick auf die Gesellschaft erfordert. Die steigenden Zahlen von SchülerInnen, die in Niedersachsen inklusiv beschult werden, zeigen eindeutig, dass der Wunsch nach Inklusion wächst. Ein Drittel der Schülerinnen, die zu Förderschulen gehen könnten, wählen mit ihren Eltern inzwischen den Weg ins inklusive Schulsystem“, erklärt der bildungspolitische Sprecher Stefan Politze.